Fruchtzuckerunverträglichkeit

Die Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fruktosemalabsorption, kurz FM) gewinnt durch die auf Kalorienverzicht ausgerichtete moderne Nahrung immer mehr an Bedeutung.

Fruchtzucker besitzt im Gegensatz zum herkömmlichen Haushaltszucker eine stärkere Süßkraft. Deshalb kann man ihn sparsamer verwenden und gleichzeitig Kalorien sparen. Durch seinen Einsatz in kalorienreduzierten Fertignahrungsmitteln hat sich sein Konsum in den letzten Jahrzehnten fast unbemerkt um ein Vielfaches erhöht.

Auch die Verarbeitung von Fruchtzucker in künstlich hergestellten Süßstoffen hat zu einer enormen Steigerung der täglichen Durchschnittsmenge geführt. Fruchtzucker erhöht den Blutzuckerspiegel nicht und wird daher in diätischen Lebensmitteln eingesetzt.

Die Aufnahmekapazität von Fruchtzucker aus dem Darm ist durch die individuelle Enzymaktivität des menschlichen Verdauungstraktes begrenzt. Wird diese Grenze durch den – meist unbewussten – Konsum von Fruchtzucker überschritten, kommt es zu Beschwerden.

Was ist das? Malabsorption bezeichnet eine Störung der Nährstoffaufnahme und des Nährstofftransports vom Darm in die Blut- und Lymphbahnen.

Bei der Fruktosemalabsorption kommt es zu einer eingeschränkten Aufnahme freier Fruktose (Frchtzucker) im Dünndarm. Hierbei ist der Transport von Fruktose aus dem Dünndarm in den Blutkreislauf eingeschränkt. Da es sich hierbei um eine rein funktionelle Darmerkrankung handelt, ohne organisch krank zu sein, spricht man auch von einem sog. Reizdarm oder Reizdarmsyndrom (RDS).

Welche Transportsysteme gibt es? Mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate werden im Dünndarm durch spezifische Enzyme in kleinere Einheiten zerlegt. Man spricht dann von Mono- oder Disacchariden (Ein – oder Zweifachzucker). Diese gelangen über Transportproteine durch die Dünndarmzelle und werden dann an das Blut abgegeben. Die Proteine werden GLUT Transporter genannt und von 1-7 durchnummeriert.

GLUT-5 ist das Transportprotein für Fruktose im Darm. Offenbar stellt es den limitierenden Faktor für die Aufnahme dar, und ein Defekt führt zur Fruktosemalabsorption. Dieser Defekt kann vorübergehend auftreten oder dauerhaft vorhanden sein. Faktoren, die den Fruktose-Transport beinflussen:

  • durch die Aufnahme von Sorbit(ol), Alkoholform von Fruktose, wird der GLUT-5 Transport erschwert
  • der gleichzeitige Verzehr von Glukose verbessert die Transportkapazität für Fruktose über GLUT-5

 

[highlight color=“#A0CE4E“ rounded=“no“ class=““ id=““]Die Fruktosemalabsorption ist nicht mit der hereditären (erblichen) Fruktoseintoleranz zu verwechseln![/highlight]

 

Es handelt sich hierbei um zwei völlig verschiedene Krankheitsbilder, die nichts miteinander zu tun haben. Bei der Fruktoseintoleranz besteht ein angeborener Mangel des Enzyms Frustose-1-phosphat-Aldolase, auch Aldolase B genannt. Durch die Aufnahme von Fruktose kommt es zur Anhäufung toxischer Stoffwechselprodukte in der Leber und infolgedessen zur Schädigung der Leber, der Nieren und zur Unterzuckerung (Hypoglykämie).